2002 Deckenobjekte und Wandmalereien in der Praxis für ambulante Operationen GGS, Wiesbaden
Mit Geometrie wird in der ambulanten Praxis Salup-Goerttler in Wiesbaden 2002 die strenge Architektur aufgelockert. Sechsecke, die sich in Kreise einfügen, greifen den sechseckigen Grundriss der Praxis auf. Die Art der prismatischen Aufspaltung und Überlagerung orientiert sich an Renate Reiferts Werkreihe der prismatischen Bilder, in welchen sie transparente Farbschichten – analog zur physikalischen Brechung des Lichts im Prisma – übereinanderlegt. In den Malereien eröffnen die jeweiligen Farbräume Fragen nach der Wahrnehmung und Wirkung von Farbe: nach ihrer emotionalen Resonanz, ihrer atmosphärischen Qualität und ihrem Einfluss auf die Betrachtenden.
Die bei Renate Reifert wiederholt umgesetzte Idee, Deckenobjekte wie hier über den Betten im Aufwachraum an genormte Decken anzubringen um so die Raumwirkung zu modifizieren, bezeichnet Susanne Wied in ihrem Aufsatz „Rooms, spaces and colour“ als „a pragmatic solution“[1]. Mit minimal-invasiven künstlerischen Eingriffen, so zeigt sich insbesondere an diesem Beispiel, lässt sich in der Wirkungsästhetik klinischer Räume große Wirkung erzielen.
[1] Susanne Wied: Rooms, spaces and colours, In: Design in European Hospital, 2003/1, S.24f.




